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Der Beruf des Barkeepers wird von vielen nicht ganz ernst genommen und nicht als wirkliche Berufung angesehen. Trotzdem ist es ein Job, der viele in seinen Bann zieht. Ich kenne viele Leute, die so genannte „echte Jobs“ trotz einer Vielzahl von Qualifikationen hinter sich gelassen haben, weil es ihr Traum war, Barkeeper zu werden. Ich kann sogar Mathe-Genies, Ingenieure bei Porsche und Kriminalpsychologen zu meinen Barkeeper-Kollegen zählen. Sie alle haben mir gesagt, dass ihnen das Barkeeping einfach viel mehr Spaß macht. Und sie haben Recht.

Mein Werdegang zum Barkeeper war dagegen ein viel üblicherer. Ganz nach dem alten Klischee:

„Ich bin Schauspieler.“

„Ach wirklich, und in welcher Bar arbeitest du?“

Ja, mein Hintergrund ist die Welt des Theaters, Fernsehens und Films. Zugegeben, ich hatte als junger Mann einen eher bunten Lebenslauf, in dem von der Arbeit in einem Abrissunternehmen bis zu Shakespeare am Nationaltheater alles vertreten war. Als ich mich jedoch entschied, eine neue Richtung einzuschlagen, habe ich mich an meinen guten Freund die Cocktaillegende Dick Bradsell gewandt.

Ich kannte Dick damals nur als den Mann hinter der Bar (er hat mir vor vielen Jahren meinen ersten Whisky Sour gemacht) und wir wurden gute Freunde, noch bevor wir zum ersten Mal als Barkeeper zusammengearbeitet haben.

Dick war gerade dabei, einen Nachtclub zu eröffnen, der Londons Cocktailszene nachhaltig beeinflussen sollte, das Atlantic Bar & Grill, und ich sollte mit ihm in Dick's Bar arbeiten.

Ich hatte zwar schon ein bisschen Erfahrung als Barkeeper, aber ich war trotzdem sehr überrascht, als Dick mich eines Nachts drei Wochen nach der Eröffnung zur Seite nahm und mir sagte: „Spike, du arbeitest in Zukunft als stellvertretender Barmanager an der Hauptbar im Atlantic. Da lernst du alles, was du wissen musst“. Er hat mich quasi vor vollendete Tatsachen gestellt. Ich habe die Herausforderung angenommen und hatte das Glück, in einer der besten Bars in London mein Handwerk zu erlernen. Danke, Dick.

Er hat uns alle in vielerlei Hinsicht beeinflusst und sein Erbe wird durch alle Cocktails, die er kreiert hat, fortbestehen. Schließlich kann er mehr klassische Cocktails des 20. Jahrhunderts seine Kreationen nennen, als irgendjemand zuvor.

So viele meiner Favoriten stammen aus seinem Cocktail-Repertoire. Wegen seiner Einfachheit liebe ich seit jeher seinen Carol Channing und auch den Bramble und später den Pink Chihuahua. Die beiden letzteren sind beides klassische „Sours“: unkompliziert und lecker. Wie viele von Dicks Getränken sind sie in Bezug auf die Ausgewogenheit der Aromen recht typisch, aber es sind die Einfachheit und Einprägsamkeit, die sie so erfolgreich machen. Dick war inspiriert von seiner Kindheit auf der Isle of Wight, wo er gern Brombeeren pflücken ging. Laut einem Interview in Difford’s Guide wollte er unbedingt einen „britischen Cocktail“ kreieren. Die Harmonie zwischen der Idee, den Zutaten und dem fertigen einfachen, leckeren Getränk ist tadellos.

Die Zusammenarbeit mit Dick im The Atlantic hat mich dazu inspiriert, eine Karriere in der Welt der Cocktails und Bars einzuschlagen, und ich habe es nie bereut. Naja, ein oder zweimal habe ich mich schon gefragt, wie mein Leben verlaufen wäre, wenn ich nicht Barkeeper geworden wäre, aber dann denke ich an meine unglaublichen Freunde in dieser Branche, an die Bars, die ich auf der ganzen Welt eröffnet habe, und an die vielen Möglichkeiten, die ich immer noch habe. Dann verschwinden die Zweifel sofort.

Dick war eine Inspiration für mich und obwohl wir Freunde fürs Leben geblieben sind, ist es traurig, dass wir nach der Zeit im Atlantic nie wieder die Gelegenheit hatten, zusammenzuarbeiten. Es war nicht das Meistern eines klassischen Cocktails oder das Treffen mit einem besonders interessanten Gast, das für mich den Unterschied gemacht hat, sondern die Erkenntnis, dass das Gastgewerbe eine Welt der Beziehungen und Erfahrungen ist, die über alles hinausgeht, was man jemals hinter einem Schreibtisch in einem Büro erleben würde.

Sie hat es mir ermöglicht, meine eigenen Bars zu eröffnen, was mich wiederum zur World Class gebracht hat. Dadurch bekam ich auch ein Gefühl von Leistung und Stolz, Teil des Teams zu sein, das dieses Programm für diese Branche entwickelt hat. Das alles wäre nie passiert, wenn ich nicht die Entscheidung getroffen hätte, mich hinter die Bar zu stellen und den Leuten Getränke zu servieren.


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