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EIN WEIBLICHES VORBILD IN DER BARINDUSTRIE

Es ist allgemein bekannt, dass das Aufwachsen mit Vorbildern, die so aussehen und klingen wie du, die Vorstellung deiner Zukunft – egal welcher Zukunft – viel einfacher macht. Es liegt also nahe, dass Kaitlyn Stewart und Jennifer Le Nechet eine Inspiration für die neue Generation weiblicher Barkeeper sind.


Kaitlyn Stewart, Bar Director von The Royal Dinette, Vancouver, wurde als Bartender of the Year 2017 ausgezeichnet. Obwohl sie eine wahnsinnig talentierte Barkeeperin ist, ist sie für ihre lebhafte und entspannte Haltung genauso bekannt wie für ihr Handwerk. Tatsächlich verkörpert sie, worum es beim Barkeeping wirklich geht: nette Leute und gute Erfahrungen.

Kaitlyn kommt aus Kanada und ist froh, dort von so vielen anderen Barkeeperinnen umgeben zu sein. Sie sagt: „In Vancouver arbeiten sehr viele Frauen als Barkeeper.“ Aber letztes Jahr sagte sie BizJournal, dass die Branche immer unausgeglichen bleiben wird, solange dort mehr Männer als Frauen arbeiten. „Selbst bei der Weltmeisterschaft gab es aus 57 Ländern nur fünf weibliche Wettbewerberinnen“, so Kaitlyn.

Da es so unausgeglichen ist, besteht also ein gewisser Druck, dein Geschlecht noch viel besser zu vertreten, als es von männlichen Barkeepern erwartet wird? Vielleicht, aber Kaitlyn ist trotz dieser gewaltigen Herausforderung sehr entschlossen. „Ich möchte im nächsten Jahr so viel wie möglich tun, um einen Platz für mich und alle Frauen im Bargewerbe zu schaffen.“

Bei der World Class Competition trat eine weitere Kanadierin neben unserer Bartender of the Year an: Lauren Mote, Cocktailexpertin bei Diageo Reserve. Mit ihrem Fachwissen in Bezug auf die Arbeit hinter der Bar und ihrem guten Geschäftssinn ist sie eine der führenden Stimmen in der Branche. Dazu gehören auch gesellschaftliche Veranstaltungen und Networking, weshalb es unerlässlich ist, die Bedeutung der Gleichstellung in der Branche zu unterstreichen. Lauren glaubt, dass die Barindustrie noch einen langen Weg vor sich hat, aber zumindest schon mal in die richtige Richtung geht: „Wie in vielen Branchen ist die männliche Dominanz extrem weit verbreitet, aber das ändert sich schnell“, bemerkt sie und fügt hinzu, dass die Barkeeper bei diesem Wandel selbst eine große Rolle spielen. „Wir treffen jeden Tag ganz verschiedene Menschen mit verschiedenen Hintergründen“, sagt sie. „Wenn wir gemeinsam auf dieses Ziel hinarbeiten und uns von bestimmten Prinzipien leiten lassen, haben wir die Kraft, die Welt zu verändern – Schritt für Schritt.“ Wenn Konversation und Kommunikation der Schlüssel zum Abbau des systemischen Sexismus und zur Schaffung von Gleichstellung sind, dann führen die Männer und Frauen hinter der Bar diesen Kampf an. Als Diageo Reserve Cocktailexpertin tritt Lauren für dieses Ziel ein, zusammen mit der World Class Bartender of the Year 2016, Jennifer Le Nechet, die als starke Vertreterin der Branche der Ansicht ist, dass es „wichtig ist, andere Frauen auf der ganzen Welt zu inspirieren“.

Ein bekannter Name in der Branche zu werden, erfordert Charakterstärke, Entschlossenheit und Zielstrebigkeit. All das wird von Ivy Mix, der Rebellin der Branche, und der Vorreiterin in der Barindustrie, Lynette Marrero, verkörpert. Die beiden Frauen gründeten den Geschwindigkeitswettbewerb nur für Frauen namens Speed Rack und setzen sich für die Gleichstellung in der Barindustrie ein. Für Ivy geht es bei ihrer Vorbildfunktion genauso darum, wer an ihrer Seite steht, und nicht nur darum, was sie selbst erreicht hat. Sie sagt: „Das Tolle an uns Frauen ist unser Gemeinschaftssinn. Ich hoffe, dass alle Frauen sich für den Zweck stark machen werden.“ Lynette sagt, es ist ihr Ziel, „mein Bestes zu geben, um Entscheidungen zu treffen, die sich auf alle Frauen positiv auswirken. Ich sehe mich in der Verantwortung, das beste Vorbild zu sein, das ich sein kann.“

Bevor man jedoch Fürsprecher wird, muss man erst einmal herausfinden, wo man am besten in die Welt der Barkeeper passt – etwas, das schwierig sein kann, wenn man mit wenigen weiblichen Vorbildern aufgewachsen ist, die einem zeigen, was möglich ist. Deshalb können schon ein paar weise Worte sehr viel ausmachen. Wenn Lauren in die Vergangenheit reisen und sich selbst einen Rat geben könnte, wäre es „sich angesichts von Widrigkeiten nicht zu ändern, die eigene Plattform mit Bedacht zu nutzen und, obwohl es lange dauern wird, wenn du dein Publikum schließlich erreicht hast, sicherzustellen, dass du auch wirklich etwas Wichtiges zu sagen hast.“ Und für Kaitlyn? Dass ihr Geschlecht nicht ihren Erfolg definiert: „Hinterfrage dich nicht aufgrund deines Geschlechts. Steh zu dir selbst und sei dir darüber bewusst, dass du es verdient hast, für deine Leistungen anerkannt zu werden“, sagt sie – eine Vorstellung, der Jennifer Le Nechet zustimmt, und der sie hinzufügt: „Wenn du mit Leidenschaft und hart arbeitest, kannst du alles erreichen, egal was andere Leute denken!“

Wir bei World Class werden die Gleichstellung weiterhin fördern – die zunehmende Präsenz großartiger Frauen hilft, ein Unternehmen aufzubauen, andere zu inspirieren und das Spiel zu verändern. Und das sollte ein Grund zum Feiern sein. Unser im letzten Jahr veröffentlichter Bericht über das geschlechtsspezifische Lohngefälle hat gezeigt, dass wir in Bezug auf die Gleichstellung der Geschlechter ganz vorne mitspielen, und wir haben versprochen, dass unser Vorstand bis April 2018 die volle Gleichstellung der Geschlechter erreichen wird. Es ist uns wichtig, dass unsere Gemeinschaft weiß, dass wir Worten auch Taten folgen lassen. Etwas, das Kaitlyn auf jeden Fall bemerkt hat, ist: „Mir ist aufgefallen, dass das Verhältnis von Frauen zu Männern definitiv ausgeglichener wird.“ Und Barkeeperinnen wie Lauren und Kaitlyn haben ihre Plattform auch verdient, weil sie die Besten der Welt sind. Wir sind von unglaublich talentierten Frauen umgeben.

Wenn ein weibliches Vorbild in der Branche zu sein heute bedeutet, deinen Einfluss zu nutzen, um über Gleichstellung zu sprechen, deinen Erfolg aber nicht durch dein Geschlecht zu definieren und die Meinungen der Leute zu ändern, was wird es dann in 50 Jahren bedeuten? Wird es dann weniger Arbeit in Bezug auf die Gleichstellung geben? Kaitlyn hofft es: „Ich möchte nicht, dass es ein Schock für die Leute ist, wenn eine Frau gewinnt oder eine Auszeichnung erhält. Ich hoffe, dass wir in 50 Jahren keine Gespräche über gleiche Löhne und Gleichstellung der Geschlechter mehr führen müssen.“ Das hoffen wir auch. Aber je mehr wir über Ungleichheit sprechen, desto mehr können wir sie ändern. Jetzt ist genau der richtige Zeitpunkt dafür: 2018 dreht sich alles um #PushForProgress.

Um es mit den Worten von Ivy Mix zu sagen: „Wir verstecken uns nicht mehr hinter den vielen Männern mit Schnurrbärten, Bärten, Hosenträgern und Armbändern. Wir werden immer mehr, wir werden gesehen und wir werden aktiv.“ Hört hört.


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