Ein Barkeeper gießt einen Cocktail durch ein Sieb in ein Glas.

COCKTAILSIEBE

Die richtige Verwendung eines Cocktailsiebs ist entscheidend für einen optisch ansprechenden und ausgewogenen Cocktail. Erfahre mehr über die Geschichte des Tools sowie Best Practices.

Geschätzte Lesedauer: 5 min

SIEBE ODER AUCH STRAINER

Das Cocktailsieb ist ein faszinierendes Werkzeug. Hier kannst du mehr darüber erfahren. Im Deutschen ist es recht üblich, statt Sieb das englische Wort Strainer zu benutzen.

Das Ritual

Beim Ritual, einen gut zubereiteten Cocktail zu schlürfen, geht es nicht nur um den Geschmack, sondern auch um die Kunstfertigkeit und die Werkzeuge, die hinter seiner Kreation stehen. Das Cocktailsieb ist so ein unverzichtbares Werkzeug und hat eine faszinierende Geschichte und entwickelte sich im Laufe der Zeit sowohl in Form als auch in Funktion immer weiter.

Eine Welt ohne Cocktailsiebe ist kaum vorstellbar, aber diese Werkzeuge gibt es noch nicht so lange, wie du vielleicht denkst.  Mitte des 19. Jahrhunderts wurde Eis zu einem festen Bestandteil von Getränken und das Abseihen entwickelte sich von einem Luxus zu einer Notwendigkeit. Laut David Wondrich waren Siebe zunächst nach dem Vorbild von Zuckersieblöffeln gestaltet, doch in den frühen 1870er Jahren wurden zahlreiche Patente für verschiedene Siebkonstruktionen angemeldet, die jeweils darauf abzielten, den Prozess des Cocktailsiebens  zu perfektionieren.

DAS BELIEBTESTE SIEB

Aus einem Meer an Patenten ging ein Name als Sieger hervor: das Hawthorne-Sieb. Es wurde 1892 patentiert und für seine Anpassungsfähigkeit und einfachen Reinigungsfunktionen bekannt. Der Name wurde nicht von seinem Erfinder William Wright oder etwa der Firma Manning, Bowman, die für seine Herstellung bekannt wurde, abgeleitet. Das Hawthorne-Sieb verdankt seinen Namen einer Bostoner Bar, dem Hawthorne Café - die Verbindung wurde durch Denny P. Sullivan geknüpft, dem Besitzer der Bar und Inhaber der Rechte an Wrights Patent. ​(Tomky, 2016)​

Der Name „Hawthorne“ steht eher für einen Stil als für eine Marke und erfuhr im Laufe der Zeit mehrere Designverfeinerungen und -variationen, die Basis blieb jedoch unverändert.

Im Laufe der Zeit entstanden zahlreiche Stile von Cocktailsieben, jedes mit einzigartigem Design und einzigartigen Funktionen. Zu den häufigsten Arten gehören:

HAWTHORNE SIEB / STRAINER

Das klassische Hawthorne-Sieb ist auch heute noch das am weitesten verbreitete Sieb und seine Vielseitigkeit und Benutzerfreundlichkeit machen es zum Favoriten unter Barkeeper:innen. Dieses Sieb verfügt über eine Spiralfeder am Rand, sodass es genau ins Rührglas oder den Shaker passt. Die Feder fungiert auch als Stabilisierungsmechanismus beim Ausgießen.
Beachte, dass feinere Partikel wie Eissplitter, feines Fruchtmark oder Kräuter nicht aufgefangen werden.

JULEP SIEB / STRAINER

Das Julep-Sieb mit seiner flachen Schüssel und dem perforierten Design eignet sich ideal zum Sieben gerührter Cocktails und Cocktails, die auf zerstoßenem Eis serviert werden. Obwohl man es in Bars nicht so häufig findet wie das Hawthorne Sieb, ist es aufgrund seines anmutigen Aussehens und seiner historischen Bedeutung oft ein Muss für Cocktail-Liebhaber:innen und Vollblut-Barkeeper:innen.

FEINMASCHIGES SIEB

Bei Getränken, die eine besonders sorgfältige Filterung erfordern, beispielsweise solche mit frischen Kräutern oder Zitrusfruchtfleisch, kommt das feinmaschige Sieb zum Einsatz. Sein ultrafeines Netz fängt selbst kleinste Partikel effektiv auf und garantiert eine glatte und raffinierte Textur.

BENUTZUNG UND BEST PRACTICES

Die richtige Verwendung des Cocktailsiebs ist entscheidend für einen optisch ansprechenden und ausgewogenen Cocktail. Hier sind einige Best Practices für die richtige Nutzung:

1.
Wähle das richtige Sieb: Wähle das passende Sieb basierend auf dem Cocktail, den du zubereitest. Ein Hawthorne-Sieb eignet sich für die meisten geschüttelten Getränke, während ein Julep-Sieb gut zu gerührten Getränken passt. Getränke, die viel Fruchtmark oder zerkleinerte Kräuter enthalten, sollten doppelt abgeseiht werden (siehe unten).
2.
Positionierung des Siebs: Platziere das Sieb in der Öffnung des Gefäßes oder des Mixglases. Halte das Gefäß zwischen Daumen und Mittelfinger, während du deinen Zeigefinger über die Oberseite des Siebs legest, um es an seinem Platz zu halten. Dies sollte mit einer Hand erfolgen, damit du mit der anderen Hand ein feinmaschiges Sieb halten kannst.
3.
Sanftes Ausgießen: Kippe das Rührgefäß leicht, während du den Cocktail durch das Sieb gießst. So kontrollierst du den Durchfluss und vermeidest Spritzer.
4.
Doppeltes Sieben (optional): Bei Getränken, die eine besonders glatte Konsistenz erfordern, solltest du zusätzlich zum Hauptsieb ein feinmaschiges Sieb über das Cocktailglas stellen und den Drink damit doppelt abseihen.

HAUPTERKENNTNISSE

  • Mitte des 19. Jahrhunderts tauchten Siebe als Barzubehör auf, als Eis zu einem festen Bestandteil von Getränken wurde.
  • Ursprünglich waren sie Zuckersieblöffeln nachempfunden.
  • Viele Patente wurden angemeldet, um das perfekte Sieb zu schaffen, ein Name ging als Sieger hervor: das Hawthorne-Sieb – erfunden von William Wright.
  • Der Name stammt vom Hawthorne Café, da der Besitzer der Bar die Rechte an dem Patent besaß.
  • Das Hawthorne-Sieb verfügt über eine Spiralfeder am Rand, sodass es genau in das Rührglas oder den Shaker passt.
  • Das Julep-Sieb ist ideal zum Sieben gerührter Cocktails und Cocktails, die auf zerstoßenem Eis serviert werden.
  • Das feinmaschige Sieb eignet sich für Getränke, die eine sorgfältige Filterung erfordern.
  • Die richtige Verwendung eines Cocktailsiebs ist entscheidend für einen optisch ansprechenden und ausgewogenen Cocktail.

Erhalte regelmäßig Input, Rezepte und Inspiration direkt in deinen Posteingang - melde dich beim Diageo Bar Academy Newsletter an.

ÄHNLICHE INHALTE